Teil 1 - Arequipa
Am nächsten Tag sind ein paar von meinen Mitreisenden zu einer 1-Tages-Bustour in den Colca-Canyon aufgebrochen. Ich wollte aber lieber die Trekkingtour über zwei Tage machen und hab die dann für den nächsten Tag gebucht. Mal wieder ein entspannter Tag dazwischen war auch echt schön. Da konnte ich mal wieder ausführlich mit meinen Liebsten skypen, Wäsche waschen und die nächsten Tage und Reiseorte planen.
Teil 2 - Die Colca-Canyon-Trekking Tour
Wir wurden am ersten Tag der Tour um 3 Uhr nachts im Hostel abgeholt und sind zuerst zum Frühstücken und dann zu einem Aussichtspunkt in den Anden gefahren. Dort konnte man Kondore sehen, die dort Kreise gezogen haben und durch die Felsschluchten geflogen sind. An diesem Besichtigungsort waren unglaublich viele Menschen und viele waren mit Spiegelreflexkameras ausgerüstet und hatten riesige Objektive, um gute Bilder von den Vögeln machen zu können.
Danach sind wir zum Canyon gefahren und dort in Gruppen eingeteilt worden. In unserer Gruppe waren noch eine Engländerin, eine Italienerin, eine Spanierin, eine Neuseeländerin und 5 Peruaner. Also bunt gemischt :)
Unser Guia hieß Rafael und seine Eltern stammen aus einem Dort unten im Canyon, deswegen ist er dort aufgewachsen und kannte sich auch top aus
Als erstes hat er uns ein paar Dinge zum Ablauf erzählt und uns über die Vorsichtsmaßnahmen aufgeklärt. Danach gab es noch ein paar Fakten zum Canyon. Dieser ist nach dem Grand Canyon in den USA der zweittiefste Canyon der Welt und ungefähr 100 Millionen Jahre alt, was geologisch gesehen sehr jung ist. An manchen Stellen gibt es alte Felsmalereien und man kann teilweise auch noch die alten Terassenanlagen der Inkas sehen.
Danach ging es los!
| Bild von Sebastian Galleguillos |
Die erste Etappe ging bergabwärts in den Canyon hinein, immer in Serpentinen am Hang entlang, unten dann über eine Brücke über den Fluss Colca und auf der anderen Seite wieder ein bisschen hoch, bis zu einem kleinen Dorf, wo es Mittagessen gab.
schwerer gemacht. Nach 3-4 Stunden haben wir dann endlich die Brücke erreicht und mussten dort erstmal eine längere Pause einlegen, weil die Neuseeländerin einen Zusammenbruch mit Sonnenstich hatte. Außerdem war eine Peruanerin auf dem Weg ausgerutscht und hatte sich am Knie verletzt. Nach einiger Zeit ging es dem Mädel mit dem Sonnenstich wieder besser und die Peruanerin konnte auch wieder laufen (wenn auch langsam) und so sind wir schließlich mit einiger Verspätung im Dorf zum Mittagessen angekommen.
| Die Brücke über dem Rio Colca |
Dort hatten wir dann aber nur kurz Zeit, um uns auszuruhen und haben uns gleich wieder auf gemacht. Den beiden Mädels ging es wieder gut und sie konnten beide mitlaufen, wenn auch ein bisschen langsamer. Auf dem Weg hat uns Rafael einige interessante Dinge zu den Pflanzen und Tieren im Canyon erzählt und die erste Strecke nach dem Mittagessen war wieder sehr eben.
Gegen Ende mussten wir wieder steil bergab steigen. Mittlerweile war es schon stockfinster geworden und der Weg war sehr uneben, mit einem tiefen Abgrund auf der einen Seite. Deswegen haben wir dann alle unsere Stirnlampen angeknipst und haben uns langsam nach unten getastet.
Mit zwei Stunden Verspätung sind wir dann endlich in der Oase angekommen, gerade rechtzeitig für das Abendessen.
Die Oase bestand aus ganz vielen kleinen Bambushütten und wir haben uns anfangs ein bisschen vor den ganzen Spinnen gefürchtet, die überall in unserer Hütte herumgekrabbelt und von den Decken gebaumelt sind. Man hat dann schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl, wenn man sich dann nicht erinnert, ob welche von denen gefährlich und giftig sind, und das nächste Krankenhaus seeehr weit entfernt liegt. Letztendlich waren wir dann aber so müde, dass wir trotzdem einfach eingeschlafen sind und glücklicherweise haben wir die Nacht ohne irgendwelche Zwischenfälle überstanden ;)
Am nächsten Morgen ging es schon um 5 Uhr weiter, damit wir den Canyon wieder hinauf steigen konnten, bevor die Sonne aufgehen und es richtig heiß werden würde.
Die nächsten drei Stunden waren teilweise sehr anstrengend, vor allem auch, weil man vom Vortag die Beine noch ganz schön gemerkt hat, aber als ich mein Tempo gefunden hatte, ging es dann eigentlich ganz gut. Und das Gefühl nach 1000 Höhenmetern endlich oben zu sein, war einfach unbeschreiblich!
Dort gab es dann auch endlich Frühstück und wir konnten uns ein wenig von der Klettertour erholen.
Anschließend haben wir noch einen Aussichtspunkt auf 5000 Metern Höhe besichtigt, von wo aus man einige Vulkane sehen konnte und danach ging es zurück nach Arequipa.
| Sarah, Seba, Rona, Frederika, Guia Rafael und ich auf 5000 Metern Höhe :) |