Finnland - Juni 2017

Auf unserer Radtour durch Finnland haben wir viel erlebt. Einiges davon steht auch schon in unserem Radtour-Artikel, aber hier soll es weniger um das Radfahren, als um das Land an sich gehn.
Zuerst waren wir in Helsinki. Obwohl wir nur einen Tag Zeit hatten, hatte ich doch das Gefühl, dass es ausreicht, um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Leider haben wir es nicht geschafft, mit der Fähre zur Gefängnisinsel zu fahren, da hat die Zeit nicht mehr gereicht. Die Stadt hat mir sehr gut gefallen, weil sie ähnlich wie Tallinn nicht den hektischen Großstadtflair anderer Hauptstädte ausstrahlt, sondern eher gemütlich wirkt und nicht von Menschenmassen überrannt wird. Es gibt viele Parks, viel Grün und sehr viele Cafes. Mit unseren Rädern sind wir schnell voran gekommen, aber der Weg aus der Stadt heraus hat ewig gedauert, weil sich Helsinki flächenmäßig unglaublich weit zieht. Dafür war es aber eine sehr schöne Strecke.
Auch dass wir uns ein paarmal verfahren haben, war nicht weiter schlimm, da sofort wenn wir einmal kurz standen und in unsere Karte geschaut haben, ein/e Finne/in neben uns gehalten hat und helfen wollte. Damit haben wir dann den Weg auch endlich gefunden.
Überhaupt sind die Finnen unglaublich freundlich und hilfsbereit. Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht. Einmal, als Mo und ich neben einem Supermarkt in einem kleinen Dorf Pause gemacht haben, kam auch ein Finne vorbei und hat uns angesprochen. Er hat uns viel Interessantes über die Region erzählt und hätte uns gleich für die nächste Woche zu einem Scheunenfest im Dorf eingeladen, an dem wir aber leider nicht teilnehmen konnten, weil wir weiter mussten. Zum Abschluss haben wir noch regionales Bier geschenkt bekommen, das wirklich gut war.
Auch durch die Website WarmShowers haben wir einige Male bei Finnen übernachtet und mehr über Land und Leute erfahren. Vielen Dank nochmal an Annette, Petter, Marika und Rolf!
Auf unserer Radtour sind wir oft durch sehr dünn besiedelte Gebiete gefahren. Eine große Fläche Finnlands ist von Wald bedeckt und wenn man abseits der großen Straßen fährt, sieht man nur vereinzelt ein paar Gehöfte. Wir haben auch immer problemlos einen Schlafplatz am Waldrand oder auf Waldlichtungen gefunden. Teilweise war es gar nicht so einfach mit Rad und Gepäck zu einem schönen Platz zu gelangen. Wir hätten auch oft lieber direkt an einem der vielen Seen gezeltet, aber entweder war der Zugang zum See mit dem Rad unmöglich oder durch Privatgrundstücke verschiedener Ferienhäuser eingeschränkt. Außerdem ist man abends oft schon sehr müde vom Tag und möchte nicht noch stundenlang nach einem Platz suchen. Da müssen wir vielleicht nächstes Mal davor mehr recherchieren.
Ein paar Mal waren wir auch auf einem Campingplatz. Vor allem bei schlechtem Wetter und Regen ist es schön, wenn man sich in eine warme Küche setzen kann und auch Möglichkeiten hat, die nasse Kleidung aufzuhängen. Unser liebster Campingplatz war in Sysmä, ein kleiner Ort am See Paijänne. Dieser Campingplatz lag direkt am Wasser und hatte die beste und gemütlichste Küche, die man sich nur vorstellen kann. Außerdem konnte man sich Kajaks ausleihen.
Auf unserer Tour hatte anfangs vor allem mein Rad Probleme mit platten Reifen. Allein in Finnland musste mein Hinterreifen 3-4 Mal geflickt werden. Ein paar Tage vor der Stadt Oulu wollten wir auf die Insel Manamansalo, die im Oulu-See liegt. Auf dem Weg dahin wurde mein Reifen immer platter und platter, aber da wir nur noch wenige Kilometer hatten, haben wir den Reifen einfach alle 20 km wieder aufgepumpt und es somit bis zur Insel geschafft.
Unser Essen während der Radtour war nicht sehr abwechslungsreich. Zum Frühstück gab es Haferbrei mit Banane und Apfel, zum Mittagessen Käsebrot und Möhren und abends entweder Kartoffelbrei oder Couscous mit Erbsen oder Mais aus der Dose. Wenn wir bei einem Campingplatz waren haben wir aber auch ab und zu Eier zum Frühstück gemacht oder Nudeln zum Abendessen. In Finnland haben wir unglaublich gern Polarbröd gegessen. Das ist ein rundes Brot, das so ähnlich ist wie Toast, aber vieel besser schmeckt. Die Preise im Supermarkt waren ähnlich wie in Deutschland, vielleicht etwas teurer. Auch andere Dinge wie Campingplätze oder Drogerieartikel waren günstiger als erwartet. Allein Helsinki ist sehr teuer.
Uns sind auch einige Dinge aufgefallen: Beispielsweise die Glückspielautomaten, die gefühlt an jeder Ecke stehen, zum Beispiel in Supermärkten, und an denen oft ältere Leute stundenlang sitzen. Gegenüber Rolf, unserem Warmshowers-Gastgeber in Oulu, haben wir das mal angesprochen und der hat uns erzählt, dass es ein extremes Glücksspielproblem in Finnland gibt.
Und auch wenn alkoholische Getränke verhältnismäßig teuer sind, gibt es viele alkoholabhängige Leute. Vor günstigen Discountern, wie Lidl, saßen oft eine Menge Betrunkener Finnen, die dort ihr Bier gekauft haben.
Außerdem ist uns aufgefallen, dass einem in Finnland überall "Die Mumins" begegnen. Das sind diese nilpferdarten Tierchen, die von einem Finnen erfunden worden sind und über die es viele Bücher und Comics gibt. Überall sieht man Figuren, Bilder, Kissen oder Tassen mit Mumins-Motiven.
Die drei Wochen, die wir in Finnland waren, sind sehr schnell vorbeigegangen. Wir sind durch große Städte, kleine Städte, Dörfer und Wälder gefahren. Sind in unzählige Seen gesprungen. Haben die echte finnische Sauna ausprobiert. Haben die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Finnen kennengelernt. Haben uns öfter mal verfahren und doch immer wieder zum Ziel gefunden.
Und vor allem hatten wir eine unglaublich schöne Zeit!



Die Kathedrale von Helsinki



Dom zu Helsinki


Unsere erste Station außerhalb von Helsinki - am Tuusulan-See


Einer unserer weniger schönen Unterkuftsorte

Kochutensilien
Zelten am See Päi - bei Lahti

Zeit fürs Abendessen






Blick auf den See Päi



Abenstimmung am Campingplatz in Sysmä



Quiche



Es ging über viele Brücken..

Die Bahnstation Kuopio

Zelten im Wald

Kartoffelbrei mit Rote-Beete-Geschmack

Fähre über den Oulu-See zur Insel

Mo im Oulu-See
















Morgens, kurz vor Abfahrt


Regen - we are not amused!


Letzte Nacht in Finnland - bei Simo

Auf nach Schweden